Die Kunst muss nichts. Die Kunst darf alles.

Die Jungen Liberalen beobachten mit großer Sorge das Bestreben von Teilen unserer Gesellschaft, das Ausstellen von Kunst und den damit verbundenen öffentlichen Diskurs unter dem Eindruck subjektiver und situativer Moralvorstellungen unterbinden zu wollen. Ebenso wenig tolerieren wir, dass Kunstdarstellungen aus öffentlichen Sammlungen entfernt werden, weil sie potenziell religiöse oder politische Moralvorstellungen verletzen. Dies gilt auch und gerade für die Darstellung von Werken aus vergangenen Epochen und anderen Kulturen, deren Inhalte aus situativen Erwägungen heraus als unangemessen oder politisch nicht korrekt eingestuft werden.

Ein Kunstverständnis, das im öffentlichen Raum nur vermeintlich ideologisch und politisch unbedenkliche Werke zulässt, degradiert Kunst zum Kompromiss und verdammt sie zur Belanglosigkeit. Wer ein solches Kunstverständnis fordert, der untergräbt den für eine freie Gesellschaft gerade kennzeichnenden Dialog über die Kunst, mit der Kunst und den Kunstschaffenden. Das ist für uns Junge Liberale nicht hinnehmbar. Der im Art. 5 GG ausgesprochene Schutz der Freiheit der Kunst ist eine fundamentale Voraussetzung, die es den Kunstschaffenden erlaubt einen Diskurs über Moral und Ethik zu leisten und die gesellschaftliche Entwicklung mitzugestalten oder künstlerisch zu begleiten. Deutschland bietet mit seiner reichen Tradition und seiner föderalen Ordnung weltweit einzigartige Voraussetzungen für das künstlerische Schaffen öffentlicher und privater Träger.

Die Jungen Liberalen bekräftigten den unbedingten Schutz der Kunstfreiheit im Sinne von Art. 5 GG und wenden sich in aller Härte gegen sämtliche Versuche, diese Freiheit auf Grund von politischen Stimmungen und subjektiven Befindlichkeiten einzuschränken. Die Jungen Liberalen erachten Kunst als schützenswert in all Ihren Formen.